PraxisPartner Historische Stadt

Von 2013 bis Ende 2016 fand das Deutsch-Ukrainische Hochschul-Praxis-Partnerschaftsprojekt statt. Die Nationale Universität Chernivtsi (westliche Ukraine) und die Fachhochschule Lübeck verbinden die Fragen der Altstadtsanierung in der studentischen Ausbildung. Das Projekt „Planen und Bauen für die historische Stadt“ diente der Förderung die Hochschulausbildung an beiden Standorten zusammen mit Partnern aus der Bauwirtschaft .

Hintergrund

Das aktuelle Planen und Bauen in der Altstadt Lübecks, Weltkulturerbe seit 1982, weist eine erfolgreiche Tradition auf, die auf 5 Faktoren beruht:
– die lokale Sanierungspolitik und deren Unterstützung durch die Bürger
– die Stadtplanung samt Realisierungsbegleitung
– hochqualifizierte Architekten / Fachingenieure für altstadtgemäßes Bauen
– z.T. hochspezialisierte Baubetriebe für altstadtgemässes Bauen
– die Fachhochschule mit der Weitergabe dieser Themen in ihrer Ausbildung.

In Czernowitz | Chernivtsi gibt es eine vergleichbare Situation mit der Altstadt aus der Habsburger Zeit. Seit 2011 steht diese mit der Anerkennung der ehemaligen Residenz des Metropoliten ebenfalls als Pufferzone auf der Welterbeliste der UNESCO. Aufgrund ihres Alters und der früheren kultur- und wirtschaftspolitischen Verhältnisse besteht ein großer Sanierungsbedarf – und die Erkenntnis, dass andere stadtplanerische, architektonische und bautechnische Instrumente zum Erhalt und zur Weiterentwicklung erforderlich sind.

Verbindungen

Erste Kontakte zwischen Lübeck und Chernivtsi entstanden im Jahre 2010.
Im Sommer 2012 wurden zwischen der FH Lübeck und der Nationalen Universität Chernivtsi zwei dt.-ukrain. Treffen durchgeführt, befasst mit dem Thema „Demokratie im Bauwesen“, in deren Verlauf sich das Interesse auf gemeinsame Fragen der Altstadtsanierung fokussierte. Dabei kristallisierten sich die fünf oben aufgeführten Faktoren als praktikables Grundgerüst für ein gemeinsames baufachliches Transfer-Projekt heraus, das die Verzahnung von Hochschule und Baugewerbe beinhaltet.

Ziele

Die zwei Hochschul- und fünf Wirtschaftspartner deckten mit ihren Ausbildungs- und Fachbeiträgen die fünf Wissens- bzw. Praxisfelder – und damit die Ziele während der Projektlaufzeit – inhaltlich ab durch:

a) Direktkontakte zu Baubehörden, Vereinen und NGOs

b) Fachvorträge, Treffen mit Ämtern und Planungsbüros

c) Werkberichte, Hospitieren in Büros, jährliche Praktikumsstellen für ukrainische Studierende in Lübeck

d) Workshops mit Bau-, Ausbildungsbetrieben, Baumessen und Verbänden

e) Hochschul-e-learning relevanter Fachthemen (ukrain.-dt.), Fachglossare und Lehrerfahrungsaustausch.

Auf mehreren Ebenen wurde mit den inhaltlich sich ergänzenden Partnern ein Programm erarbeitet, welches das “Lübecker Modell“ – vom Städtebau bis zum gebauten Detail – für die Ukraine adaptionsfähig macht.